Sinta Werner - «The Problem of Translation»

Wie bei vielen meiner Installationen finden sich auch hier theatralische Aspekte und Berührungspunkte mit dem Bühnenbild wieder. Für das Auditorium des niemals fertiggebauten Théâtre Royal in Marrakesch habe ich eine Art Bühnenbild entworfen, welches abstrahierte Sanddünen darstellt. Die Reihen der Dünen wiederholen sich mehrfach und geben eine geklonte Landschaft wieder.

Die geklonten Dünen verweisen auf digitale Technologie und wie diese es ermöglicht endlose Wiederholung jeglicher Beschaffenheit zu generieren. Dünen sind die perfekte Veranschaulichung reiner Bewegung, in welcher sich Naturgesetze manifestieren. Diese Naturgesetze lassen sich durch auf Algorithmen basierende Computerprogramme animieren - in diesem Fall Cinema 4D. Computeranimierte Designs sind heutzutage die Grundlage für Architekturentwürfe in unserer gewohnten urbanen Umgebung. Architektur wird im 3D-Programm entwickelt, die dazugehörigen Modelle werden 3D-geplottet. Ich frage mich wie diese jüngere Entwicklung unsere Beziehung zur Welt und unseren Realitätssinn beeinflusst.

Die architektonische Struktur des Theaters interessiert mich insofern, als sie einen gerichteten Blick erzwingt, den Blick vom Publikum auf die Bühne, und somit eine strenge Hierarchie vorgibt. In meiner Installation wollte ich diese Richtung umkehren, indem Bühne und Auditorium vertauscht sind. Mit den andauernden Unruhen in Nordafrika im Hinterkopf, könnte man die Arbeit auch interpretieren als Bewegung im übertragenen Sinn - eine Bewegung, welche nicht auf der Bühne stattfindet, sondern im Publikum.

Übersetzung vom virtuellen Modell zur Installation, habe ich versucht eine eigene Übersetzungslogik zu erstellen. Das Ausführen und Abarbeiten, das Anbringen der Textilstreifen hat mich Teil werden lassen von dem maschinellen Prozess. Es ließ mich an das Rendering der Oberfläche denken