'Die Laune des Raumes'
woodchip wallpaper, tape
collaboration with Markus Wüste
installation view:
'Re-plis',
galerie weisser elefant,
Berlin, 2014


 

 

 

 



Bei der Installation 'Die Laune des Raumes' löst sich die Rauhfasertapete wie eine Haut ab und lässt den Raum organisch und weich erscheinen. Der Eingriff ist scheinbar minimal und hat doch barocke Auswirkungen. Mit der Auflösung der festen Raumkoordinaten verschwinden auch die Koordinaten der Orientierung. Es werden paradoxerweise gleichzeitig Eindrücke von Geborgenheit sowie von Instabilität hervorgerufen.

Das Bild vom Zimmer, welches mit Leinwand ausgespannt ist, die wiederum von Falten durchzogen ist, geht zurück auf Leibniz und steht metaphorisch für die Erläuterung des Bewusstseins. „Und um die Ähnlichkeit noch zu vergrößern“, schreibt Leibniz, „müsste man annehmen, dass in dem Zimmer eine Leinwand ausgespannt wäre, um die Bilder aufzunehmen, dass diese Leinwand aber keine ganz ebene Fläche bildete, sondern durch Falten (die eingeborenen Erkenntnisse) unterbrochen wäre“. Später: „Denn wir empfangen nicht allein Bilder oder Spuren in unserem Gehirn, sondern bilden auch neue, wenn wir komplexe Ideen betrachten“ (Leibniz:'Abhandlungen über den menschlichen Verstand').

In my installation 'The mood of the room,' the woodchip textured wallpaper dissolves off the walls like a skin, causing the room to feel organic and soft. The intervention is apparently minimal, yet creates intricate baroque effects. This dissipation of space disturbs fixed coordinates and subsequently confuses orientation, causing paradoxical impressions of both security and instability.

The space becomes a picture of a room, stretched with canvas and in turn crossed by folds, referring to Leibniz and acting a metaphor for the explanation of consciousness. "And to expand the resemblance,” writes Leibniz, “one would have to assume that in the room, a canvas would be stretched to accommodate the image, and that this canvas would not form a completely flat surface, but would be interrupted by folding (a priori knowledge)." And later he describes, "For we not only receive images or traces in our mind, but form new ones when we consider complex ideas." (Leibniz, 'Essays on Human Understanding')