'Der Cmyk-Farbraum'
public art at Meindlschule München,
realized in 2015

 

 

 

 

 



photo: Sorin Morar


Farbenlehre als Erlebnisraum

Für die Meindlschule in München habe ich den Eingangsbereich als Cmyk-Farbmodell gestaltet.

Das Farbmodell, welches ein theoretisches Objekt ist, wird somit als Raum begehbar gemacht. Der Cmyk-Farbraum kennzeichnet die Schule nach außen hin als Ort des Lernens und ermöglicht den Nutzern des Multifunktionsgebäudes sich leichter damit zu identifizieren. Hier wird die Farbenlehre zum Symbol und weist mit ihrer Vielfarbigkeit auf die Vielfältigkeit der untergebrachten Bereiche hin.

Wir erfahren die Außenwelt über unsere Sinne, wobei sich über den Sehsinn der Großteil aller Informationen erschließt. Dabei ist die Wahrnehmung von Farben von ausschlaggebender Bedeutung. Die Farbenlehre ergründet die Prozesse beim Farbensehen und leitet davon Farbmischgesetze ab, die im Mehrfarbendruck, in der Fotografie, im Fernsehen und am Bildschirm Anwendung findet. Im heutigen Informationszeitalter ist die Farbenlehre somit von wachsender Bedeutung und soll hier physisch und sinnlich erfahrbar gemacht werden.


Entwurf im pdf-Format
english text

Modell und Systematik - zwischen Kunst und Wissenschaft

Das Cmyk-Modell erläutert die subtraktive Farbmischung und bildet die Grundlage für den heutigen Vierfarbdruck. Modelle sind im Lernprozess unabdingbar. Durch sie können komplizierte Vorgänge vereinfacht und veranschaulicht werden. Bei meinem Gesamtraumkonzept wird das Schematische, Modellhafte und Theoretische zum sinnlichen Wahrnehmungserlebnis. Die Regeln des Farbenmischens und der Farbkontraste können hier visuell erforscht werden, z.B. in der Durchsicht durch farbige Glasscheiben auf farbige Wände oder durch das Erproben von Komplementär- und Sukzessivkontrasten. Die Farbnuancen sind in eine logische Struktur, in ein Ordnungssystem eingebunden, wodurch ein harmonischer Eindruck hervorgerufen wird.

Die Farbenlehre ist ein komplexes Wissensgebiet, das unterschiedliche Bereiche berührt: Kunst, Psychologie, Biologie, Physik und Chemie. Im Biologieunterricht erfährt man, daß die Grundfarben rot, grün und blau den drei Zapfentypen im menschlichen Auge entsprechen, deren Reizung und Umwandlung in elektrische Signale erst im Gehirn den Eindruck einer Farbe entstehen lässt. Im Physikunterricht wird das Wissen, daß Farben per se nicht existieren, dadurch erweitert, daß bestimmte Energiestrahlen mit Wellenlängen zwischen 400 und 700nm als farbiges Licht empfunden werden, welche dann im Chemieunterricht als molekulare Eigenschaften von Oberflächen wieder auftauchen.










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